Wärme, Regen und schwindende Schneedecken haben die Skisaison in Australien in diesem Jahr deutlich verkürzt. Zahlreiche Skigebiete haben ihren Liftbetrieb Anfang September 2026 bereits eingestellt – großteils vier Wochen früher als geplant. In Thredbo und Perisher sind noch letzte Schwünge möglich, allerdings mit erheblichen Einschränkungen.
Sieben Skigebiete ziehen die Reißleine

Während Anfang September auf der Südhalbkugel normalerweise noch traumhaftes Frühlingsskifahren auf dem Programm steht, ist der Skibetrieb in vielen australischen Skigebieten bereits vorbei. Der ungewöhnlich warme Winter hat den Schnee in Rekordtempo davon schmelzen lassen.
Besonders früh traf es Selwyn in New South Wales und Mount Baw Baw in Victoria: Selwyn beendete den Skibetrieb am 21. August, Mount Baw Baw am 24. August. Regen hatte die verbliebene Schneedecke stark in Mitleidenschaft gezogen.
Jetzt Anfang September folgten weitere Gebiete: Charlotte Pass stellte den Liftbetrieb am 5. September ein, Falls Creek einen Tag später. Auch Mt. Hotham und Mt. Buller beendeten ihre Skisaison am vergangenen Sonntag, 6. September. Im tasmanischen Ben Lomond kam das Saisonende ebenfalls in der ersten Septemberwoche.
Wie stark die Saison verkürzt wurde, zeigt der Blick auf Hotham und Falls Creek: Beide hatten ihren Betrieb ursprünglich bis zum 4. Oktober angesetzt. Das tatsächliche Ende liegt damit genau vier Wochen früher.
Der wärmste Winter seit über 100 Jahren
Hinter den frühen Schließungen steht ein außergewöhnlich warmer Winter. Nach Angaben des australischen Wetterdienstes BOM erlebte New South Wales den wärmsten Winter seit Beginn der Vergleichsreihe 1910. Die mittlere Temperatur lag 1,81 Grad über dem Durchschnitt der Jahre 1961 bis 1990.
Auch in den Bergen fehlte häufig die nötige Kälte. In Perisher, dem größten Skigebiet, wurden vom 1. Juni bis 2. Juli zwar 301 Millimeter Niederschlag registriert, davon aber nur 25 Millimeter bei Temperaturen unter null Grad. Weitere milde Phasen und Regen schwächten die Schneedecke. Am 29. August erreichte Perisher mit 14,4 Grad einen örtlichen Winterrekord.
Nach Auswertung von ABC wurde in diem Jahr in höheren Lagen die schwächste Naturschneesaison seit 2006 verzeichnet, in tieferen Lagen sogar die schwächste der Aufzeichnungen.
Thredbo und Perisher: Letzte Schwünge mit Einschränkungen
Ganz vorbei ist die Saison in Australien dennoch nicht. In Perisher meldet der Betreiber aktuell noch 9 geöffnete Lifte und 11 präparierte Abfahrten im Teilbereich Perisher Valley. Mit Hilfe von Schneekanonen kann dort der Liftbetrieb aktuell noch aufrecht erhalten werden. In den Teilgebieten Blue Cow, Guthega und Smiggin Holes sind dagegen alle Pisten bereits geschlossen.
In Thredbo beschränkt sich der Ski- und Snowboardbetrieb nur noch auf den Anfängerbereich Friday Flat. Dort stehen der Easy Does It Chairlift und Wombat’s Snowrunner zur Verfügung. Sämtliches Gelände außerhalb des Kidsbereichs ist bereits für die Saison geschlossen. Fußgänger können bereits den Kosciuszko Chairlift für Aussichtsfahrten benützen, ähnlich wie im Sommer.
Neuseeland und Südamerika: Genug Schnee und Saisonverlängerung

Anders präsentiert sich die Lage in Teilen der übrigen Südhalbkugel: In Neuseeland werden aktuell 115 Zentimeter Schnee für Cardrona und 189 Zentimeter am oberen Mt Hutt gemeldet. Cardrona verlängert die Saison jetzt sogar bis zum 18. Oktober.
In Argentinien meldete Las Leñas zuletzt zwischen 1,30 Metern an der Basis und 3,30 Metern am Gipfel, während Chapelco eine Verlängerung bis zum 30. September ankündigte. Chiles Portillo wirbt nach mehr als 6,5 Metern aufsummiertem Schneefall mit einer verlängerten Saison bis zum 11. Oktober. Auch viele weitere Skigebiete in Chile sind mit hohen Schneemengen noch geöffnet. Dort hatte Ende Juli ein heftiger Wintersturm für meterhohen Neuschnee gesorgt.
Die guten Bedingungen nutzen jetzt auch viele Profiteams zum Training. Da in Europa alle Gletscher aufgrund des extremen Hitzesommers geschlossen haben, weichen die Weltcup-Kader auf die tief verschneiten Hänge in Südamerika aus.




