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Vom 2er-Sessel zur 10er-Gondel: Neue Jodlalmbahn in St. Johann in Tirol

Mit dem Bau der neuen Jodlalmbahn beginnt in St. Johann in Tirol eine neue Ära. Für viele Wintersportler endet damit aber auch ein Stück Skigebiets-Nostalgie: Der legendäre 2er-Sessellift aus dem Jahr 1981 wird nach über vier Jahrzehnten außer Betrieb genommen. Die gemütliche Fahrt mit den offenen Sesseln, das leichte Schaukeln im Wind und die entschleunigte Auffahrt sorgten für Retro-Feeling, erzeugten aber auch ein großes Nadelöhr im Skigebiet. Nun weicht die traditionsreiche Anlage einer modernen 10er-Gondelbahn, die das Skigebiet technisch und infrastrukturell auf ein neues Niveau heben soll. Stolze 22 Millionen Euro werden investiert. 

>> Hier liegt das Skigebiet

Ohne Umstieg bis zum Harschbichl

Viel mehr Kapazität: 2400 Personen können pro Stunde mit der neuen 10er Gondel transportiert werden.
Viel mehr Kapazität: 2400 Personen können pro Stunde mit der neuen 10er Gondel transportiert werden. © CWA Constructions

Nach abgeschlossener Bauverhandlung haben die St. Johanner Bergbahnen offiziell grünes Licht für das Großprojekt „Jodlalm Neu“ erhalten. Herzstück des Projekts ist eine moderne Einseilumlaufbahn mit 10er-Gondeln, die künftig direkt bis auf den Harschbichl auf 1.603 Metern führt. Die bisherige Bergstation bei der Jodlalm entfällt damit vollständig. Wintersportler gelangen künftig ohne Umstieg und deutlich komfortabler bis in den oberen Skigebietsbereich (Pistenplan).

Die neue Bahn ersetzt den bestehenden Doppelsessellift, der zuletzt zunehmend zum Nadelöhr geworden war. Vor allem nach der Modernisierung der Eichenhoflifte passte die Förderleistung des alten Sessellifts nicht mehr zum restlichen Skigebiet. Mit bis zu 2.400 Personen pro Stunde und einer Fahrzeit von rund sieben Minuten soll die neue Gondelbahn künftig für deutlich flüssigere Abläufe sorgen.

Mehr Komfort für Familien und Skischulen

Die neue Jodlalmbahn wird deutlich länger und führt hoch bis zur Bergstation am Harschbichl.
Die neue Jodlalmbahn wird deutlich länger und führt hoch bis zur Bergstation am Harschbichl.

Besonders Familien und Skischulen profitieren vom Neubau der Jodlalmbahn. Während Kinder beim alten 2er-Sessellift oft nicht alleine fahren konnten und die Auffahrt bei Wind oder Schneefall durchaus unangenehm werden konnte, bietet die neue Gondelbahn deutlich mehr Komfort und Sicherheit. Die geschlossenen Kabinen erleichtern außerdem den Transport von Kindern, Anfängern und auch Fußgängern im Sommerbetrieb.

Die neue Streckenführung bringt zusätzlich Vorteile für die Orientierung und Verbindung innerhalb des Skigebiets. Die Talstation wird leicht versetzt und die Bergstation weiter bergwärts direkt beim Harschbichl errichtet. Dadurch verbessert sich die Anbindung an die bestehenden Pisten und Liftanlagen deutlich.

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Abschied von einem echten Kultlift

Am alten 2er Sessellift fanden auch schon Speed-Dating-Aktionen statt.
Am alten 2er Sessellift fanden auch schon Speed-Dating-Aktionen statt. © SnowOnline / A. Poschinger

Auch wenn die Vorteile der neuen Gondelbahn auf der Hand liegen, dürfte vielen Wintersportlern der Abschied vom alten Jodlalm-Sessellift schwerfallen. Die Anlage war einer der letzten klassischen 2er-Sessellifte in den Kitzbüheler Alpen und hatte genau dadurch ihren eigenen Charme. Gerade an ruhigen Skitagen gehörte die entschleunigte Auffahrt für viele Gäste zum Erlebnis dazu.

Legendär waren dabei auch die Begegnungen auf den Zweier-Sesseln: In der Vergangenheit fanden dort sogar immer wieder Speed-Dating-Aktionen statt, bei denen sich Singles während der Liftfahrt kennenlernen konnten – ein Konzept, das perfekt zum nostalgischen Charakter der Bahn passte.

Die St. Johanner Bergbahnen tragen diesem Nostalgiefaktor Rechnung: Die alten Sessel können von Interessierten reserviert werden und sollen so als Erinnerungsstücke erhalten bleiben. Für Fans historischer Liftanlagen ist das eine besondere Gelegenheit, sich ein Stück Skigebietsgeschichte nach Hause zu holen.

Investition in die Zukunft des Skigebiets

In den neuen Gondelkabinen hat man künftig einen tollen Ausblick in alle Richtungen.
In den neuen Gondelkabinen hat man künftig einen tollen Ausblick in alle Richtungen. © CWA Constructions

Die Gesamtinvestition für das Projekt liegt bei rund 22 Millionen Euro. Neben dem Bahnbau sind auch punktuelle Pistenanpassungen sowie ökologische Ausgleichsmaßnahmen vorgesehen. Die Bergbahnen betonen dabei ausdrücklich eine möglichst naturverträgliche Umsetzung. Die Eröffnung der neuen Jodlalmbahn ist zum Start der neuen Wintersaison am 6. Dezember 2026 geplant.

Mit dem Neubau setzen die St. Johanner Bergbahnen ihren Modernisierungskurs konsequent fort. Bereits in den vergangenen Jahren wurde kräftig investiert, unter anderem in die Eichenhofbahnen und die Beschneiungsinfrastruktur. Die neue Jodlalmbahn gilt nun als eines der wichtigsten Zukunftsprojekte des Skigebiets.

Familienfreundliches Skifahren am Kitzbüheler Horn

Beliebter Einkehrpunkt: Die Harschbichlalm mit großem Spielplatz und tollem Blick auf das Kitzbüheler Horn.
Beliebter Einkehrpunkt: Die Harschbichlalm mit großem Spielplatz und tollem Blick auf das Kitzbüheler Horn. © SnowOnline / A. Poschinger

Das Skigebiet St. Johann in Tirol liegt an den Nord- und Osthängen des Kitzbüheler Horns und zählt zu den beliebten Familienskigebieten in Tirol. Rund 40 Pistenkilometer mit überwiegend blauen und roten Abfahrten machen das Gebiet besonders attraktiv für Familien, Genussfahrer und leicht fortgeschrittene Skifahrer. Moderne Liftanlagen, breite Pisten und die sonnige Lage sorgen für einen entspannten Skitag mit viel Panorama.

Besonders beliebt sind die langen Abfahrten Richtung Oberndorf sowie der Bereich rund um den Harschbichl. Auch abseits der Pisten bietet das Gebiet einiges – darunter Winterwanderwege, Rodelmöglichkeiten und im Sommer zahlreiche Bike- und Wanderangebote. 

>> Wir waren zu Besuch im Skigebiet

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Winterglück in St. Johann in Tirol, Oberndorf, Kirchdorf und Erpfendorf • Kitzbüheler Alpen
Andrea Poschinger
Als Redakteurin bei SnowOnline habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht: Seit 2016 bin ich leitend für den Content auf Deutschlands größtem Wintersportportal zuständig. Die Berge faszinieren mich seit jeher und auf Skiern stand ich zum ersten Mal im Kindergarten. Falls ihr Fragen oder Anregungen zu SnowOnline oder unserem Sommerportal Mehr erfahren
aktualisiert am 11.06.2026

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