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Naturschnee reicht nicht mehr: Skigebiet Unterberg muss schließen

Das Skigebiet Unterberg in Niederösterreich wird nicht mehr öffnen. Nach zwei Wintern ohne einen einzigen Betriebstag stellt die Schilift Unterberg GmbH den Liftbetrieb dauerhaft ein. Als Gründe nennen die Betreiber die zunehmend milden Winter, den Klimawandel und die fehlende Möglichkeit zur künstlichen Beschneiung.

Das Naturschneeparadies kann nicht mehr überleben

Schneemangel und zu warme Temperaturen zwingen die Betreiber zum Aufgeben.
Schneemangel und zu warme Temperaturen zwingen die Betreiber zum Aufgeben. © Webcam Schigebiet Unterberg

„Die letzte Schneeflocke ist gefallen“, überschrieben die Verantwortlichen ihre traurige Abschiedsmeldung auf der Homepage des Skigebiets. Die Entscheidung sei bereits Ende des Sommers gefallen, erklärte Geschäftsführer Erich Panzenböck gegenüber dem ORF.

Das bisher als „Naturschneeparadies“ vermarktete Skigebiet verfügte über keine Beschneiungsanlage. Dadurch war der Betrieb vollständig von ausreichenden natürlichen Schneefällen abhängig. In den beiden zurückliegenden Wintersaisonen 2024/25 und 2025/26 konnte das Gebiet an keinem einzigen Tag öffnen. Selbst die Schneefälle im vergangenen Winter reichten laut Panzenböck nicht für einen sicheren Skibetrieb aus.

Die äußeren Bedingungen hätten einen „wirtschaftlich tragbaren Liftbetrieb dauerhaft unmöglich“ gemacht, so der Geschäftsführer. Neben dem Schneemangel und den steigenden Temperaturen belasteten laut einem Bericht der „Kronen Zeitung“ auch höhere Energiepreise den privatwirtschaftlich geführten Betrieb.

Vier Schlepplifte und 16 Pistenkilometer fallen weg

Besonders Familien und Tagesgäste aus Wien liebten das Pistenangebot am Unterberg.
Besonders Familien und Tagesgäste aus Wien liebten das Pistenangebot am Unterberg. © Schigebiet Unterberg

Der Unterberg liegt bei Pernitz und Muggendorf im Bezirk Wiener Neustadt. Das Gebiet erstreckte sich über eine Höhenlage von etwa 700 bis 1.342 Metern und war vor allem bei Familien und Tagesgästen aus dem Raum Wien beliebt.

Zum Angebot gehörten vier Schlepplifte sowie ein Zauberteppich für Anfänger. Auf insgesamt 16 Pistenkilometern standen zehn Abfahrten unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade und zwei Skirouten zur Verfügung. Die längste Abfahrt führte über fünf Kilometer hinunter ins Tal. Außerdem gab es ein Kinderland, eine Ski- und Snowboardschule sowie einen Funpark.

Eine Besonderheit war die Anreise zu den höher gelegenen Liften: Vom Parkplatz im Drahtal brachte ein Shuttlebus die Gäste zum eigentlichen Einstieg ins Skigebiet. Mit dem Ende des Liftbetriebs soll laut „Kronen Zeitung“ auch dieser Busverkehr eingestellt werden. Die Liftanlagen werden zurückgebaut.

Betreiber hatten das Skigebiet 2014 gerettet

Mit einer großen Investition, u.a. in die Vermarktung, konnte man das Skigebiet vor zehn Jahren noch retten.
Mit einer großen Investition, u.a. in die Vermarktung, konnte man das Skigebiet vor zehn Jahren noch retten. © Schigebiet Unterberg

Das Aus beendet eine mehr als zehnjährige Rettungsaktion. Drei Unternehmer aus der Region hatten das damals bereits von der Schließung bedrohte Skigebiet im Jahr 2014 übernommen und die Schilift Unterberg GmbH gegründet.

In den folgenden Jahren investierten die neuen Betreiber unter anderem in das Zutrittssystem und die Vermarktung. Ein 2015 vorgestelltes Projekt hatte ein Volumen von 275.000 Euro und wurde aus Mitteln der ecoplus-Regionalförderung des Landes Niederösterreich unterstützt. Damals sicherte das Skigebiet nach Betreiberangaben rund 40 saisonale Arbeitsplätze.

Zuletzt führten Erich und Klaus Panzenböck das Unternehmen. Für sie sei der Unterberg nie nur ein Wirtschaftsprojekt gewesen, sondern ein „Herzensprojekt“. In ihrer Abschiedserklärung bedanken sich die Betreiber bei den Stammgästen, den regionalen Partnern und ihrem Team, das bis zuletzt „um jede Schneeflocke, um jeden Schitag gekämpft“ habe.

Wandern bleibt möglich, Konzept für Wintersportler folgt

Die dauerhafte Schließung betrifft zunächst den Lift- und Pistenbetrieb. Als Wander- und Ausflugsziel bleibt der Unterberg weiterhin zugänglich. Auch die Gemeinde Muggendorf betont, dass der Berg als Natur- und Erholungsraum erhalten bleibt.

Wie es im Winter mit Skitouren und Schneeschuhwanderungen weitergeht, ist dagegen noch nicht abschließend geklärt. Die Betreiber arbeiten gemeinsam mit den Grundeigentümern an einem neuen Nutzungskonzept. Ob ehemalige Pisten, Parkplätze oder bestimmte Aufstiegsrouten künftig genutzt werden dürfen und welche Sicherheitsregeln gelten, soll in den kommenden Wochen auf der offiziellen Webseite des Unterbergs bekannt gegeben werden.

Andrea Poschinger
Als Redakteurin bei SnowOnline habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht: Seit 2016 bin ich leitend für den Content auf Deutschlands größtem Wintersportportal zuständig. Die Berge faszinieren mich seit jeher und auf Skiern stand ich zum ersten Mal im Kindergarten. Falls ihr Fragen oder Anregungen zu SnowOnline oder unserem Sommerportal Mehr erfahren
erstellt am 23.09.2026

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