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Liftstützen als Leinwand: Kunstprojekt auf zwei Tiroler Gletschern

Wo das Eis Jahr für Jahr zurückweicht, setzt Hannah Philomena Scheiber der Veränderung eindrucksvolle Bilder entgegen. Die Tiroler Künstlerin hat Stützen der Wildspitzbahn im Pitztal und der Karlesjochbahn im Kaunertal in monumentale Kunstwerke verwandelt. Am Pitztaler Gletscher können Skifahrer die Arbeiten bereits entdecken. Im Kaunertal müssen sich die Wintersportler noch gedulden. Der Skibetrieb läuft hier noch nicht, allerdings ist die Seilbahn für Fußgänger schon geöffnet. 

Kunst zwischen Fels, Eis und Seilbahntechnik

Spektakulärer Arbeitsort: Philomena Schreiber arbeitete mehrere Monate an den Kunstwerken, teils hängend an einem Seil.
Spektakulärer Arbeitsort: Philomena Schreiber arbeitete mehrere Monate an den Kunstwerken, teils hängend an einem Seil. © David Hafele

Für ihr Projekt verwandelte Scheiber die zahlreichen Stützen der Wildspitzbahn am Pitztaler Gletscher und der Karlesjochbahn am Kaunertaler Gletscher in großformatige Kunstwerke. Über mehrere Monate arbeitete sie am Seil gesichert in großer Höhe auf den Stahl- und Betonkonstruktionen. Wind, Kälte und rasche Wetterwechsel bestimmten dabei den Arbeitsalltag.

Die Liftstützen stehen an der Schnittstelle zwischen alpiner Natur und technischer Erschließung. Scheibers Arbeiten greifen den Wandel der Landschaft und den Rückgang der Gletscher auf. Weitere Werke sind in der Bergstation der Wildspitzbahn auf 3.440 Metern ausgestellt.

Die 1991 geborene Künstlerin Hannah Philomena Scheiber lebt im angrenzenden Ötztal und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Bergen, Wasser und der Vergänglichkeit der Gletscherlandschaft.

Skibetrieb am Pitztaler Gletscher läuft bereits

Die Wildspitzbahn ist bereits geöffnet und fährt damit auch direkt an den Kunstwerken vorbei.
Die Wildspitzbahn ist bereits geöffnet und fährt damit auch direkt an den Kunstwerken vorbei. © Flo Mitteregger

Der Pitztaler Gletscher hat am Wochenende als erstes Skigebiet in Österreich den Herbstskilauf gestartet. Der Skibetrieb läuft bereits seit dem 26. September. Auch die Wildspitzbahn, an deren Stütze eines der Kunstwerke entstanden ist, ist geöffnet. Laut Betriebsplan fährt sie von 7.10 bis 15.45 Uhr, der Skibetrieb an der Bahn endet zunächst um 13 Uhr.

Damit können Skifahrer sowohl die gestalteten Liftstützen als auch die Ausstellung in der Bergstation sehen. Die Wildspitzbahn und das Café 3440 sind aber auch für Fußgänger zugänglich. 

Für Beate Rubatscher-Larcher, Geschäftsführerin der Pitztaler Gletscherbahn, liegt gerade in diesem ungewöhnlichen Ort eine besondere Qualität: "Kunst kann unseren Blick verändern. Gerade am Gletscher treffen Natur und menschliche Gestaltung unmittelbar aufeinander. Die Infrastruktur wird selbst zur Leinwand – und eröffnet damit einen anderen Blick auf den Berg, auf Veränderung und auf unsere Verantwortung für die alpine Zukunft."

Offene Lifte und Pisten

Kaunertaler Gletscher: Vorerst nur für Fußgänger

Anders ist die Situation am Kaunertaler Gletscher. Der angekündigte Start des Skibetriebs musste wegen anhaltend warmer Temperaturen und hoher Plusgrade verschoben werden. Ein neuer Termin steht derzeit noch nicht fest.

Der Ausflugsbetrieb im Herbst läuft aber bereits nahtlos weiter: Die Kaunertaler Gletscherstraße ist täglich geöffnet, und die Karlesjochbahn bringt Fußgänger von 10 bis 16 Uhr auf 3.108 Meter. Damit können auch Ausflugsgäste die Kunstwerke an den Stützen der Karlesjochbahn bereits sehen – lediglich der Skibetrieb lässt noch auf sich warten.

Wettervorhersage

Andrea Poschinger
Als Redakteurin bei SnowOnline habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht: Seit 2016 bin ich leitend für den Content auf Deutschlands größtem Wintersportportal zuständig. Die Berge faszinieren mich seit jeher und auf Skiern stand ich zum ersten Mal im Kindergarten. Falls ihr Fragen oder Anregungen zu SnowOnline oder unserem Sommerportal Mehr erfahren
aktualisiert am 30.09.2026

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