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Letzte Hoffnung gescheitert: Braunwald stellt Skibetrieb endgültig ein

Jetzt ist die Entscheidung gefallen: Nach einer emotionalen Generalversammlung steht fest, dass Braunwald den klassischen Skibetrieb endgültig einstellt. Die Skilifte bleiben ab der Saison 2026/27 für Wintersportler geschlossen, die Pisten werden nicht mehr präpariert. Ganz auf Wintergäste verzichten will der autofreie Ferienort im Kanton Glarus aber nicht.

Kleinaktionäre gegen Stilllegung

Das Ringen um den alpinen Skibetrieb in Braunwald ist entschieden. Ende August versuchten Kleinaktionäre auf einer mehrstündigen Generalversammlung ein letztes Mal, die Stilllegung zu verhindern. Sie konnten sich jedoch nicht gegen den Verwaltungsrat durchsetzen, der 52 Prozent der Aktienstimmen vertrat. Damit ist das bereits im Juni 2026 angekündigte Ende des klassischen Skibetriebs endgültig besiegelt.

Ab dem kommenden Winter werden die bisherigen Skipisten nicht mehr präpariert. Auch die für den Pistensport genutzten Anlagen Mattwald, Gumen, Seblengrat und Bächital stehen Skifahrern und Snowboardern nicht mehr zur Verfügung. Damit endet der alpine Skibetrieb in einem Gebiet, das bislang rund 30 Pistenkilometer auf einer Höhe zwischen 1.250 und 1.900 Metern Höhe bot.

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Schneemangel und hohe Kosten belasten die Sportbahnen

Knapp 30 Pistenkilometer wurden für Skifahrer und Snowboarder in Braunwald präpariert.
Knapp 30 Pistenkilometer wurden für Skifahrer und Snowboarder in Braunwald präpariert. © Braunwald Klausenpass Tourismus AG

Als Gründe nennen die Betreiber veränderte klimatische Bedingungen, ein gewandeltes Nachfrageverhalten und eine strukturell hohe Kostenbasis. Nach einer umfassenden Analyse verschiedener Zukunftsszenarien sei klar geworden, dass das bisherige Geschäftsmodell nicht mehr tragfähig sei. „Ein Weiter wie bisher ist nicht mehr möglich“, heißt es in der Mitteilung der Sportbahnen.

Besonders die zunehmend unzuverlässigen Schneeverhältnisse erschweren den Betrieb. Schneearme Winter verkürzen die Saison und halten Gäste von einem Besuch ab. Gleichzeitig bleiben die Kosten für Personal, Bahnen, Pistenpräparierung und Sicherheit hoch.

Wie angespannt die Lage ist, zeigen die Zahlen der vergangenen Saison: Nach Angaben von Schweizer Radio und Fernsehen verbuchten die Sportbahnen 2025/26 ein Defizit von 1,6 Millionen Schweizer Franken. Erst ein zusätzlicher Kredit von rund vier Millionen Franken habe einen Konkurs verhindert. Auch in den Jahren zuvor schrieb das Unternehmen rote Zahlen.

Kritiker der Schließung führen die Verluste allerdings nicht allein auf den Schneemangel zurück. Sie verweisen auf stark gestiegene Personal- und Betriebskosten und befürchten negative Folgen für Hotels, Gastronomie, Ferienwohnungsbesitzer und weitere Betriebe im Ort. Eine Petition gegen das Ski-Aus erhielt mehrere Tausend Unterschriften.

Diese Bahnen fahren weiterhin

Das Ende des Pistenskilaufs bedeutet nicht, dass Braunwald im Winter vollständig schließt. Die Gondelbahn Hüttenberg-Grotzenbüel soll weiterfahren und Gäste auf rund 1.560 Meter bringen. Auch für die Sesselbahn Grotzenbüel-Seblengrat ist ein Winterbetrieb vorgesehen – allerdings als Zubringer für Winterwanderer, Schneeschuhläufer und andere Ausflugsgäste, nicht zur Erschließung präparierter Skipisten.

Nach dem aktuellen Winterfahrplan der Sportbahnen ist der Betrieb beider Anlagen vom 19. Dezember 2026 bis zum 14. März 2027 geplant. Wetter, Schneelage und Gästeaufkommen können zu Änderungen führen. Die Gondelbahn Niederschlacht-Hüttenberg bleibt in der kommenden Wintersaison geschlossen. Auch die Gumenbahn soll aus Kostengründen nicht verkehren.

Für eine der bisherigen Skianlagen laufen Gespräche über eine mögliche Übernahme durch einen anderen Betreiber. Um welchen Lift es sich handelt und ob daraus tatsächlich wieder ein begrenztes Skiangebot entstehen könnte, ist bislang offen.

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Schlitteln, Winterwandern und Langlaufen statt Pistenski

Winterangebote in Braunwald wird es auch weiterhin geben, unter anderem mit Winterwanderungen und Skitouren.
Winterangebote in Braunwald wird es auch weiterhin geben, unter anderem mit Winterwanderungen und Skitouren. © Braunwald Klausenpass Tourismus AG

Braunwald will sich künftig stärker auf Winterangebote konzentrieren, die mit weniger technischer Infrastruktur auskommen. Die Gondelbahn zum Grotzenbüel dient dabei als wichtigster Zubringer. Erhalten bleiben sollen unter anderem die Schlittelpiste nach Hüttenberg, Winterwanderwege, Schneeschuhrouten, Langlaufloipen und Möglichkeiten für Skitourengeher.

Auch Abendschlitteln und Winterwandertickets sind für die Saison 2026/27 bereits im Tarifangebot der Sportbahnen aufgeführt. Das Förderband und das Kinderangebot auf dem Grotzenbüel befinden sich nach Angaben der Betreiber noch in Planung.

Braunwald bleibt damit eine Winterdestination – nur der klassische Skigebietsbetrieb mit präparierten Abfahrten fällt weg. Das autofreie Bergdorf, das sich als familienfreundliche „Sonnenterrasse des Glarnerlands“ positioniert, setzt künftig stärker auf Naturerlebnisse, Erholung und sanftere Formen des Wintertourismus.

Wettervorhersage

Braunwald sucht ein neues Zukunftsmodell

Parallel zur Einstellung des Skibetriebs haben die Sportbahnen, Visit Glarnerland und weitere Akteure einen gemeinsamen Strategieprozess gestartet. In Workshops soll ein langfristiges Konzept für die Destination entstehen. Auch die Gemeinde Glarus Süd und der Kanton Glarus sind eingebunden.

Der Fall Braunwald zeigt exemplarisch, unter welchem Druck kleinere und vergleichsweise tief gelegene Skigebiete im Alpenraum stehen. Kürzere und unsicherere Winter treffen dort auf hohe Fixkosten und einen großen Investitionsbedarf. Für Braunwald beginnt deshalb mit dem Ende des Pistenskilaufs nicht nur eine schmerzhafte Abschiedsphase, sondern auch die Suche nach einer neuen touristischen Identität.

Andrea Poschinger
Als Redakteurin bei SnowOnline habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht: Seit 2016 bin ich leitend für den Content auf Deutschlands größtem Wintersportportal zuständig. Die Berge faszinieren mich seit jeher und auf Skiern stand ich zum ersten Mal im Kindergarten. Falls ihr Fragen oder Anregungen zu SnowOnline oder unserem Sommerportal Mehr erfahren
erstellt am 02.09.2026

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