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Vail
Ein Kessel voll mit Champagne-Powder VAIL - Like nothing on earth - das ist der neue Slogan von VAIL. Vail bietet für jeden Geschmack etwas. Sowohl von den Pisten als auch vom Flair. Lohnt sich also von Europa aus der lange Tripp nach Vail? Immerhin sind mehr als zehn Stunden Flug durchzustehen und dann noch der bis zu drei Stunden dauernde Transfer von Denver nach Vail. Die Antwort ist ein klares Ja! 193 Pisten auf 2.140 Hektar Die Talstationen in Vail liegen auf rund 2.400 m Höhe. Die höchste Erhebung ist 3.257 m hoch. Pisten gibt es nicht weniger als 193 auf einer Fläche von 2.140 Hektar. Das Skigebiet teilt sich in drei Bereiche auf: die Front Side, die Back Bowls und Blue Sky Basin. Jedes dieser Gebiete hat seinen eigenen Charakter. Front Side: Einstieg an drei Talstationen Einstieg in das Skigebiet bekommt man von der sogenannten Front Side. Hier gibt es drei Talstationen: Golden Peak, Vail Village und Lionshead. Je nach Unterkunft findet man hier seinen bevorzugten Einstieg. Am populärsten ist Lionshead, weil es hier sowohl einen schnellen Vierer-Sessellift als auch eine Gondel gibt. Wartezeiten gibt es wenn überhaupt, dann morgens zu den Stosszeiten und während der Hauptsaison zu Weihnachten und Mitte Februar (President’s Weekend). 28 Prozent der Front Side sind für Anfänger (grüne Pisten) gut geeignet, 32 Prozent sind mittelschwer (blaue Pisten) und 28 Prozent den Cracks (Schwarz bzw. Single oder Double Black Diamond) vorbehalten. Um eine gute Orientierung der Front Side zu bekommen, sollte man mindestens ein bis zwei Tage einplanen. Back Bowls: Großes Feuer schuf Tiefschneeparadies Die Back Bowls (Bergkessel) sind den fortgeschrittenen Ski- und Snowboardfahrern vorbehalten. Ganze 87 Prozent der Pisten sind hier schwarz. Und Vorsicht! Diese sind nur selten präpariert, sprich hier gibt es Tiefschnee bis zum Abwinken. Das Einizigartige an den sieben Back Bowls ist, dass es hier im Gegensatz zur Front Side kaum Wälder gibt. Es gibt Pistennamen, Skifahren kann und darf man aber überall. Sucht man den berühmten Champagne Powder der Rockies, hier findet man ihn. Bei der Größe der Back Bowls lohnt es sich, mindestens zu zweit oder zu dritt zu fahren. Zu leicht verliert man hier den Überblick. Bei schlechtem Wetter sind die Back Bowls wie auch Blue Sky für Ortsunkundige zu meiden. Die Back Bowls sind durch ein großes Feuer vor mehr als 100 Jahren entstanden. Blue Sky Basin: Jung und mittelschwer Blue Sky Basin ist der jüngste Bereich des Skigebiets. Hier gibt es drei weitere Lifte, die leicht bewaldete Flächen bedienen. Leichte Pisten gibt es in diesem Bereich keine; im Vergleich zu den Back Bowls gibt es aber mehr mittelschwere Abfahrten. Expertentipps zur Wochenplanung Auch in einer Woche kann man das Skigebiet von Vail nie ganz abfahren. Wohl aber einen guten Überblick bekommen. Hier ist meine Empfehlung für Eure Urlaubsplanung: An den ersten beiden Tagen sollte man sich überwiegend auf der Front Side aufhalten und sich einen Überblick verschaffen. Am Ende des Skitages muss man hier nämlich auf jeden Fall wieder runter. Wer in eine erste Back Bowl hineinschnuppern will, dem sei die Game Creek Bowl empfohlen. Am dritten Tag sollte man sich zur Blue Sky Basin aufmachen. Dazu muss man die Back Bowls passieren. Zum Glück gibt es hier gute Ziehwege zur Blue Sky Basin. Nur geübte Skifahrer sollten die Abkürzung durch die Tea Cup Bowl nehmen. Von Blue Sky Basin hat man einen einmaligen Blick auf alle Back Bowls, die sich in einer Breite von elf Kilometern Luftlinie erstrecken. Der Schnee ist hier am besten. Leider gibt es noch kein Restaurant mit vollem Service. Man sollte Lunchpakete einpacken oder frische Steaks. Grillstände gibt es nämlich hier oben. Am vierten Tag geht es in die Back Bowls. Meine Empfehlung ist von der Game Creek Bowl aus zunächst in die Sun Down dann Sun Up und China und Tea Cup Bowl zu fahren. Die äußeren Bowls (Siberia, Inner und Outer Mongolia) haben später in der Saison schweren Schnee und der Ziehweg zum Lift ist lang. Am fünften Tag würde ich einen Ausflug nach Beaver Creek einplanen. Hier geht es etwas ruhiger zu. Gleichwohl bietet das Skigebiet alles, was das Ski- und Snowboarderherz begehrt. Von der einfachen Piste bis zur megasteilen Weltcup-Abfahrt Birds of Prey oder dem Buckelpisten-Berg Grouse Mountain. In Beaver Creek selbst kann man anschließend Shoppen gehen. Das rundet den Tag ab. Am sechsten und siebten Tag fährt man am besten dort, wo es einem am meisten gefallen hat. Für eine zweite Woche lohnt sich auch ein Abstecher zu den anderen Skigebieten, die zu Vail Resorts gehören. Vail Resorts: Skigebiete mit Talstationen auf 3.400 Metern Höhe Zu den Vail Resorts gehören weitere größere Skigebiete in Colorado und Kalifornien. Wenige Kilometer westlich von Vail findet man Beaver Creek. Im Vergleich zu Vail ist Beaver Creek kleiner und ruhiger und exklusiver teurer. Von Denver kommend passiert man die drei Skigebiete Arapahoe Basin (Talstation auf 3400m Höhe!), Keystone und Breckenridge. Sie sind alle im Verbund von Vail Resorts. Ein Shuttle Bus verbindet die Skigebiete miteinander (ca 45-60 Minuten von Vail). In Kalifornien gehört Heavenly zum Verbund. Ausführliche Informationen zu den Skigebieten gibt es unter www.snow.com. Lange Anreise wird mit Pulverschnee belohnt Der nächst größere Flughafen ist Denver, etwa 180 Kilometer östlich von Vail gelegen. Die Flugzeit von Frankfurt beträgt zehn Stunden (Frankfurt-Denver nonstop). Wer will, kann von hier gleich weiter zum Flughafen nach Vail/Eagle fliegen (eine Stunde). Dieser kleine Flughafen hat den Vorteil, dass man von hier mit dem Auto oder dem Bus nur noch 40 Minuten Fahrtzeit nach Vail hat und über keine Pässe fahren muss. Von Denver sieht es anders aus. Je nach Witterung dauert die Fahrt mit einem Shuttle Bus zwischen zweieinhalb und dreieinhalb Stunden. Sowohl der lange Anstieg zum Eisenhower Tunnel als auch der Vail Pass (beide über 3000 m hoch) müssen bewältigt werden. Unterkünfte und Skipasspreise: Pauschalreise ist am kostengünstigsten Vail und das Vail Valley bieten von der einfachen Unterkunft bis zum absoluten Luxushotel alle Kategorien. Leider sind selbst die einfachen Unterkünfte nicht ganz billig. Günstige Frühstückpensionen, wie wir sie von den Alpen gewohnt sind, gibt es hier keine. Am günstigsten fährt man, wenn man die gesamte Reise pauschal von Deutschland aus bucht. Am besten gleich inklusive des Skipasses, den man ebenfalls günstiger von Deutschland buchen kann. Hier sind bis zu 40 Prozent Rabatt rauszuholen. Verpasst man das, muss man stolze 85 US-Dollar für den Tagesskipass berappen! Neun Meter Schnee nur für Vail Es wird viel von legendärem Champagne Powder gesprochen. Und in der Tat, in Colorado (wie auch in Utah) gibt es ihn. Durchschnittlich fallen in jeder Saison fast neun Meter Schnee auf Vail. Die schneefallreichsten Monate sind der Januar und März. Hinzu kommen bis Februar bitter kalte Temparaturen, die sich aber wegen der geringen Luftfeuchtigkeit in Colorado leichter ertragen lassen als in den Alpen. Kulturelle Unterschiede: Respektvoller Umgang und kein Gedränge an den Liften Der amerikanische Ski- und Snowboarder zeigt sowohl auf der Piste als auch in der Liftschlange Respekt vor anderen. Pistenrowdies werden von der Ski Patrol herausgefischt und bekommen nach einer Verwarnung den Skipass abgenommen. Die FIS Sicherheitsregeln sind in Colorado offizielles Gesetz. Wer sich nicht dran hält, kann im Extremfall nicht nur den Skipass verlieren, sondern auch eine Anzeige erhalten. Das übliche Drängeln an den Liftschlangen, wenn es denn welche gibt, kennt man hier nicht. Wer trotzdem drängelt, wird vom Liftpersonal höflich gebeten, sich zu zügeln. Jeden Morgen gibt es einen Pistenplan, auf dem alle Pisten, die in den letzten 24 Stunden frisch präpariert wurden, gekennzeichnet sind. Größte Skischule der Welt Die Vail Ski- and Snowboard School ist mit ihren 1400 Instruktoren die größte Skischule auf der Welt. Und sie ist populär wie man an den vielen blauen Overalls der Ski- und Snowboardlehrer auf den Pisten leicht erkennt. Das will nicht heißen, dass die amerikanischen Ski- und Snowboardfahrer schlechter sind als in Europa. Vielmehr will man neben dem Coaching auch das Skigebiet besser und schneller kennenlernen und Spaß in der Gruppe haben. Für Leute, die es mondäner mögen, gibt es Privatlehrer (5oo US-Dollar pro Tag). Und auch die sind schnell ausgebucht. Biersaal aus Deutschland importiert Vail bietet alles was man von einem Skiort erwartet. Die Architektur in Vail Village ist der österreichischen sehr ähnlich. Pubs laden zu einer kühlen Erfrischung ein. Vail ist ein Nobelskiort und bietet dementsprechend Restaurants aus aller Herren Länder. Wer es etwas günstiger mag, der fragt am besten Ortsansässige, die Locals, nach Geheimtipps. Tipps zur besten Reisezeit Die meisten Schneefälle gibt es im Januar und März. Wer es ruhig und kalt mag und dabei Traumbedingungen vorfinden will, für den ist Mitte Januar bis Anfang Februar die beste Zeit, um nach Colorado zu fliegen. Liftschlangen gibt es selbst zu den normalen Stoßzeiten nicht. Und auch Hotels und Fluggesellschaften geizen nicht mit Sonderangeboten. Die Lufthansa bietet die einzige Nonstop-Verbindung ab Frankfurt nach Denver an. Die dritte Februarwoche ist erfahrungsgemäß wegen eines Feiertages (President’s Day) die vollste in Vail. Insbesondere bei sogenannten Powder Days, an Tagen also mit mehr als zehn Zentimertern Neuschnee über Nacht, was in dieser Zeit keine Seltenheit ist, kann es an wichtigen Liften immer wieder zu Wartezeiten kommen. Wer trotzdem da ist, sollte sich gut im Gebiet auskennen oder einen Guide oder Ski/Snowboardlehrer anheuern. Mit denen muss man an den Liften nämlich nicht anstehen. Neben der zweiten Januarhälfte kann man den späten Februar und frühen März sehr empfehlen. Im März haben die verschiedenen Unis in den USA Semesterferien. Es kann schon einmal etwas voller auf den Pisten werden. „Voller“ ist dabei relativ zu verstehen. So voll wie in europäischen Skigebieten in der Hauptsaison wird es in Vail nie. Auch wegen der Größe und der schnellen Lifte nicht. Wer es wärmer mag, der sollte ab Mitte März nach Vail kommen. Schnee liegt noch en masse. Freilich kann er zum Nachmittag in tieferen Lagen etwas pappig werden. In dieser Zeit gibt es auch wieder sehr gute Angebote der Hotels und Fluggesellschaften. Die traditionellen Osterferien gibt es in den USA nicht. Sprich, dann ist es leer hier. Die Saison endet in Vail in der Regel Mitte bis Ende April. Der Schnee selbst würde ohne weiteres bis Mai reichen (vor einigen Jahren war Vail auch noch im Mai offen). Nur denkt ab Mitte Mai die amerikanische Bevölkerung nicht mehr ans Skifahren. Weitere empfehlenswerte Skigebiete in Colorado Winter Park/Mary Jane: Wer Buckelpisten liebt, sollte unbedingt hier fahren. Hier gibt es die besten Buckel weltweit und das ist nicht übertrieben. Rund eine Stunde westlich von Denver und eineinhalb Stunden östlich von Vail liegt dieses Gebiet. Copper Mountain: Auf dem Weg von Denver nach Vail kommt man an Copper Mountain vorbei. Hier geht es super hoch hinaus (3700m)! Die meisten Pisten kann man von der Autobahn nicht sehen. Interessant für einen Tagesausflug, wenn man zwei Wochen im Land ist. Crested Butte: Für die absoluten SuperCracks, für die es nicht steil genug sein kann, ein Geheimtipp. Crested Butte liegt im Süden von Colorado. Ca. zwei Stunden südlich von Vail und vier Stunden südwestlich von Denver. Aspen Moutain/Aspen Highlands/ Buttermilk/Snowmass: Die vier Berge von Aspen sind sicherlich eine Reise wert. Wenn die Zeit nur für einen Tag reicht, sollte man unbedingt Aspen Mountain einplanen. Nur nicht erschrecken lassen vom noch teuerern Skipass (geringfügig unter 80$). Der Autor: Thomas Juli unterrichtet seit siebzehn Jahren Ski und seit neun Jahren Snowbaording. Die Saison 2003/2004 ist bereits der neunte Winter für ihn als (Teilzeit) Ski- und Snowboardlehrer in Vail. Zuvor unterrichtete er eine Saison im Skigebiet Winter Park, Colorado und für deutsche Reiseunternehmen in den europäischen Alpen. |
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| Tal | Berg | |
| Blue Sky Basin | 0 cm | 0 cm |
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