Gletscher auf einen Blick: Sölden
Gletscher-Duo bietet Weltcuppisten und Carving-Autobahnen
 |
 |
In Sölden startet der Weltcup in die Saison. |
 |
|
Sölden bietet mit dem Rettenbach- und dem Tiefenbachferner zwei Gletscherskigebiete, die auch lifttechnisch miteinander verbunden sind. Ab Oktober sind beide Gletscher gleichzeitig in Betrieb. Der Rettenbachgletscher hat die anspruchsvolleren Abfahrten, darunter eine Weltcuppiste. Die Hänge am Tiefenbachgletscher sind flacher geneigt, dafür aber wunderbar breit. Zwei Gondelbahnen, zwei Sesselbahnen und fünf Schlepplifte sind auf den Gletschern installiert. Das Geschehen auf den Gletscherpisten spielt sich zwischen 2.684 bis 3.250 Metern ab. Im Winter lockt auch die 15 Kilometer lange Abfahrt durch das Rettenbachtal hinunter nach Sölden (1.370 Meter).
Weltcup-Vorteile
Gegenüber anderen Gletscherskigebieten hat Sölden einen nicht zu unterschätzenden Wettbewerbsvorteil. Jeder Jahr steigen Ende Oktober die Auftaktrennen des Alpinen Ski-Weltcups auf dem Rettenbachgletscher. Da der Welltcup-Start meist auch noch bei Sonnenschein über die Bühne geht, lenkt das die Aufmerksamkeit vieler Skifans auf das Ötztal. In den Tagen nach den Weltcuprennen stehen die Telefone im Tourimsusverband nicht mehr still und die Zugriffe auf die Internetseite steigen deutlich an. Nur 2006 klingelten die Telefone nicht ganz so oft. Da fielen die seit 1993 in Sölden stattfindenden Rennen das einzige Mal wegen Schneemangels aus.
 |
 |
Blick auf den Rettenbachgletscher. |
 |
|
Infrastruktur
1975 wurde das Gletscherskigebiet von Sölden eröffnet. Jahrzehntelang sorgten ausschließlich Sessel- und Schlepplifte für den Bergtransport. Längst gibt es auf beiden Gletschern auch komfortable Achter-Gondelbahnen. Die Aussichtspunkte an den Bergstationen machen die Benutzung auch für Fußgänger interessant. Besonders spektakulär ist der Aussichtssteg am Tiefenbachgletscher. Auch das Gletscherstadion mit den fest installierten Zuschauertribünen auf dem Rettenbachgletscher haben sich die Bergbahnen eine ganze Menge Kosten lassen. Das Stadion ist nicht nur jedes Jahr Ziel der von oben kommenden Ski-Weltcupfahrer, sondern war auch bereits einige Male Etappen-Endpunkt für die von unten kommenden Radprofis der mittlerweile eingestellten Deutschland-Tour.
 |
 |
Auch bei Radfahrern ist der Gletscher beliebt. |
 |
|
Hohe Straße
13 Kilometer sind es über die Panoramastraße von Sölden aus zu den Gletscherskigebieten. Früher war die Panoramastraße der einzige Zugang zu den Gletschern. Das hat hat sich mit dem Bau der so genannten "Golden Gate", die das Winterskigebiet mit den Gletschern liftmäßig verbindet, geändert. Dank eines massiven Ausbaus der Beschneiungsanlagen öffnet das Winterskigebiet mittlerweile deutlich früher als in der Vergangenheit. Meist ist die "Golden Gate" bereits Ende November geöffnet.
Kürzere Saison
Der Gletscherschwund und auch das sinkende Interesse am Frühjahrs- und Sommerskilauf haben Auswirkungen auf die Dauer der Skisaison in Sölden. Die ist in den vergangenen Jahren deutlich kürzer geworden. Sommerski wurde 2006 letztmals angeboten, seitdem startet der Skibetrieb im September und endet bereits am ersten Mai-Wochenende.
Text: Sascha Eyßen
Fotos: Ötztal Tourismus (3)