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Interview Zermatt
Nachgefragt bei Christen Baumann (CEO Zermatt Bergbahnen AG) Was macht Ihr Gletscher-Skigebiet so unverwechselbar. Warum sollte man unbedingt in Zermatt vorbei schauen? Mit 20 Kilometern präparierten Pisten im Sommer und über 350 Kilometern im Winter garantiert unser Skigebiet neben einem unvergesslichen Erlebnis die absolute Schneesicherheit. Als höchstgelegenes, größtes und effizient ausgebautetes Schneesportgebiet der Alpen können Sie bei uns an 365 Tagen im Jahr über die Pisten flitzen. Die Vorfreude auf den Gletscherherbst ist bei vielen Skifans schon groß. Wann laufen in Ihrem Gebiet die ersten Lifte / bzw. wann wird das Angebot im Vergleich zum Sommerangebot vergrößert? Wie schon erwähnt können Sie bei uns 365 Tage im Jahr Skifahren. Anfang Oktober wird ein weiteres Teilstück des Skigebietes eröffnet mit der Furggsattel Gletscherbahn, dem Gandegglift und Testa 1. Dann beginnen auch die für jedermann zugänglichen Skitests auf Trockener Steg und die Rückfahrt zum Trockenen Steg ist gewährleistet. Am 28.11.2009 wird das komplette Winterskigebiet für den Skibetrieb geöffnet. Herbstzeit ist auf den Gletschern auch Eventzeit. Was bietet Ihr Gletscherskigebiet an Veranstaltungen zum Start in die Skisaison? Da wir nie schliessen, müssen wir auch nicht öffnen! Im Juli fand das Gravitypark opening statt, d.h. die Eröffnung des Snowparks auf dem Gletscher. Während der übrigen Zeit befindet sich dieser am Furggsattel. Vom 11 bis 13. September findet die Snowboard und Freeski Schweizermeisterschaft in Big Air und Halfpipe statt. Wann ist in Ihrem Gletscherskigebiet der Besucherzuspruch am größten, woher kommen die meisten Gäste? In unserem Gletscherskigebiet trainieren von Mitte Juli bis Mitte Oktober alle namhaften Nationalmannschaften der Welt, zudem hat es auch Individualskifahrer. Wie erwähnt finden ab Anfang Oktober die Skitests statt mit mehreren tausend Skifahrern während den Wochenenden. Am ruhigsten ist es Ende November bis vor Weihnachten. Dann ist wieder Hochbetrieb bis Ende April, Mai und Juni sind wieder schwächer, ab Juli geht`s wieder los. Der Klimawandel ist nachwievor in aller Munde. Welche Konsequenzen entstehen durch den daraus resultierenden Gletscherschwund für Ihr Skigebiet und wie versuchen Sie, diesen negativen Folgen entgegen zu wirken (verstärkte Beschneiung, Gletscherabdeckung, etc.)? Zermatt hat das höchste Skigebiet der Alpen und profitiert somit vom Klimawandel. Zudem können wir 120 Kilometer Pisten beschneien und öffnen diese in Top Qualität, ohne jeglichen „Naturschnee“. Doch auch wir tragen dazu bei, die CO2-Emissionen zu reduzieren. So haben wir 2008 das höchstgelegene Restaurant auf Matterhorn glacier paradise gebaut im Minergie P-Standard, Konstruktion aus Holz (CO2 Bindung) bestückt mit Solarzellen. Die Jahresenergieproduktion durch die Solarzellen genügt um das Gebäude beheizen, belüften und beleuchten zu können, d.h. das Gebäude ist Energieautark! Wie sehen Sie die Zukunft des Gletscherskilaufs? Da wir das höchstgelegene Gletscherskigebiet der Alpen haben, wird es sicher noch möglich sein die nächsten 30 Jahre dort Ski zu fahren. Weitere Prognosen wird die Entwicklung der Klimaerwärmung zeigen. Die Ausbaumaßnahmen am Kleinen Matterhorn waren in jüngerer Vergangenheit oft in den Schlagzeilen. Wie ist der aktuelle Stand dieses Projektes? Ist der Plan, ein Hotel im Gipfelbereich zu bauen, noch aktuell? Wie oben erwähnt haben wir das Minergie-P Restaurant mit 150 Sitzplätzen und einer "Bergsteigerunterkunft“ mit 40 Betten im Jahr 2008 gebaut. Es war nie die Absicht ein Hotel zu bauen, dies war eine von den Medien inszenierte Idee von Heinz Julen. Geplant ist ein zusätzliches Restaurant auf dem Gipfel zu bauen mit 250 Sitzplätzen und einer Aussichtsplattform. Mittlerweile ist in Ihrem Skigebiet der "IDE-Snowmaker", eine spezielle Schneekanone, die bei Temperaturen von bis zu 30 Grad plus Schnee produzieren kann, in Betrieb. Wie sind die Erfahrungen mit dieser Anlage und was war die Motivation für diese Investition? Wir haben bereits erfolgreich Tests gefahren und werden die Anlage Mitte September in Betrieb nehmen um die Rückfahrt vom Theodulgletscher zum Trockenen Steg zu gewährleisten, d.h. dann kann auch die Furggsattel Gletscherbahn (6er Sessel) eröffnet werden. Wie stark wirkt sich der Faktor "Matterhorn" auf Zermatt und sein Skigebiet aus? Das Matterhorn als USP hilft sicherlich das Skigebiet in der Welt zu vermarkten und Gäste anzulocken. Dies allein jedoch reicht nicht um sich als eines der besten Skigebiete der Welt einen Namen zu machen. Viel Geld und Herzblut wird jährlich in Neuinvestitionen, Ausbau und Verbesserung des Angebotes für die Gäste gesteckt. Neue Projekte werden realisiert um dem Skigast ein unvergessliches Erlebnis zu bescheren. Seit 2002 hat die Zermatt Bergbahnen AG insgesamt 245 Millionen Schweizer Franken investiert: Das Kleine Matterhorn ist das höchst gelegene Skigebiet der Alpen. Was bedeutet die große Höhenlage an Mehrarbeit gegenüber Nicht-Gletscher-Skigebieten? Nicht-Gletscher-Skigebiete haben ja im Sommer keine Pisten offen, daher entfällt der Pisten- und Rettungsdienst, bei uns ist dieser 365 Tage im Einsatz, d.h. täglich Pisten präparieren, Pistensicherungen vornehmen und Verunfallte versorgen. Interview: Sascha Eyßen
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