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Bericht: Geheimtip in den Kitzbüheler Alpen


Freeridespot Fieberbrunn
Geheimtip in den Kitzbüheler Alpen

Traumverhältnisse in Fieberbrunn.

Immer wieder, wenn es dicke Nordstaulagen über den Alpenrand hinweg schaffen und sich die dicken Wolken an der Landesgrenze zwischen Tirol und Salzburger Land entladen, dann springen wir ins Auto fahren und machen uns auf den Weg nach Fieberbrunn.

Fieberbrunn im Pillerseetal.
Fieberbrunn im
Pillerseetal.
Das kleine Örtchen im östlichsten Zipfel der Kitzbüheler Alpen ist bis heute ein Geheimtipp auch wenn es eigentlich gar keiner mehr sein dürft. Die jährliche Austragung des Snow-Fever Contests hat Fieberbrunn über die Grenzen hinweg als Freeridespot berühmt gemacht. Und doch sind es außerhalb der Contestwoche zumeist nur Locals aus der näheren Umgebung, die ungestört ihre Linien in den Schnee ziehen. Was also bleibt, sind unverspurte Hänge und jede Menge Neuschnee, der in den zumeist nordexponierten Hängen auch über Tage hinweg fluffig bleibt.

Das Freeride Terrain von Fieberbrunn ist weitaus größer und abwechslungsreicher als die 43 Kilometer Piste annehmen ließen. Die Ost und Südosthänge der Hochhörndler Spitze eigenen sich bestens als Warm-Up Runs. Wer einen kurzen Aufstieg vermeiden möchte, sollte rechtzeitig zurück in Richtung Talstation der Reckmoosgondel traversieren. Scheut man den 15-minütigen Aufstieg nicht, kann man auch bis zum Forstweg im Hörndlinger Graben abfahren.

Die steilsten Runs von Fieberbrunn befinden an den schattigen Nordflanken von Rabenkopf, Henne und Wildseeloder. Für den Rabenkopf traversiert man direkt an der Reckmoos Bergstation den Gipfelhang und hat im Anschluss die Auswahl zwischen mehreren unerwartet steilen Couloirs.

Freeriden Fieberbrunn.
Freeriden Fieberbrunn.
Um den Marokka an den Hängen der kleinen Henne zu befahren, umrundet man vom Ausstieg des Hochhörndllifts den Gipfelaufbau der Henne. Die letzten Meter zum Gipfelkreuz erklimmt man mit Ski auf der Schulter über den gesicherten Klettersteig. Wer Marokka zum ersten Mal in Angriff nimmt, sollte sich zunächst vom Gegenhang seine Linie aussuchen. Gleiches gilt noch verstärkt für den Wildseeloder, den unangefochtenen König von Fieberbrunn, dessen Schattenflanke an einigen Stellen je nach Schneelage 45 bis 50 Grad steil ist. Für den Aufstieg auf den Gipfel benötigt man ca. eine halbe Stunde.

Nahezu immer alleine ist man auf den rückseitigen Routen. Vom Hochhörndllift geht es über die Seenieder hinunter zur Jufennieder. Spätestens auf dem Joch muss man sich entscheiden. Entweder man steigt einige Meter den Grat entlang in Richtung Mahdstein Gipfel auf und fährt linker Hand in den Hörndlinger Graben oder man biegt an der Jufennieder direkt rechts aber und cruised insgesamt über 1000 Höhenmeter hinab durch den Pletzergraben zum Gasthof Winkelmoos. Wenn man dort nicht zuvor ein Auto abgestellt hat, geht es am besten mit dem Taxi zurück nach Fieberbrunn.

Detaillierte Ausführungen findet Ihr im neuen Powderguide-Buch (Panico-Alpinverlag).

Text: Martin Hesse
Fotos: Jessica Haupt



Bilder und Fotos


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