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Bericht: Lieblings-Lines der Powder-Junkies


Freeride-Spot Pass Thurn
Lieblings-Lines der Powder-Junkies

Freeriden am Pass Thurn

Kitzbühel gilt schon seit jeher als absoluter Top Spot für Tiefschneefahrer. Doch spricht man mit vielen Kitz-Powder-Junkies, wo genau sie denn am liebsten ihre Lines in den Schnee ziehen, so kommt häufig die Antwort: „Am Pass Thurn natürlich!“ Grund genug, diesem Spot mal einen Besuch abzustatten.

Freeriden am Pass Thurn.
Freeriden am Pass Thurn.
Jochberg iedaler Ausgangspunkt für Freerider

Es ist kurz vor neun in der Früh als wir in Jochberg unser Auto direkt am Wagstättlift parken. Auf halben Weg zwischen Kitzbühel und dem Pass Thurn gelegen, ist Jochberg der ideale Ausgangspunkt für unser Vorhaben. Dank unserer Kitzbüheler-Alpen-Allstar-Saisonkarte, die von Kaprun bis ins Alpbachtal in sieben Skiregionen gültig ist, können wir sofort durchstarten. Vom Gipfel der Wurzhöhe geht es direkt ab in den Powder. Die Fahrt über sanfte Almwiesen hinunter zum Bärenbadkogellift ist zum Einfahren geradezu perfekt. Jetzt sind wir richtig hungrig und gespannt auf die Möglichkeiten, die dieses Areal zu bieten hat. Als wir vom Bärenbadkogel die Piste parallel zum Gauxjoch Lift entlang cruisen, entdecken wir unterhalb des kleinen Rettensteins eine herrliches Couloir. Schnell haben wir die Felle ausgepackt und stapfen los. Erstmalig habe ich meine neue Marker Duke im Einsatz. Der erste Eindruck ist gut. Endlich eine richtig stabile Bindung mit Aufstiegsfunktion.

Speed-Line bei 20 Zentimeter Neuschnee 

Gut 20 Minuten später stehen wir über dem Couloir. 35 bis 40 Grad Steilheit eignen sich bei 20 Zentimeter Neuschnee bestens für eine Speed-Line. Ein kleiner Hüpfer über die Wächte und schon bin ich drinnen. Sechs, acht lange Turns, der Schnee spritzt, die Geschwindigkeit nimmt zu und die Bindung reagiert ohne großes Spiel: perfekt! Mit einem riesen Lächeln auf dem Gesicht surfe ich die letzte Kurve und blicke zurück, um den anderen bei diesem Vergnügen zuzusehen.

Blick auf die Hänge.
Blick auf die Hänge.
Herrlicher Hang am Zweitausender-Sessellift

Als alle wieder zusammen sind, nehmen wir den Zweitausender Sessellift. Genau genommen ist der Name des Berges nicht ganz korrekt, liegt der Gipfel in der Tat doch 2.004 Meter über dem Meeresspiegel. Schon bei der Auffahrt sehen wir auf der rechten Seiten einen herrlichen Hang, in den wir hinein queren können. Die ostseitige Exposition bringt weiterhin fluffigen Pulverschnee mit sich. Hier machen wir gleich mehrere Runs, bevor wir in der Gauxalm eine kurze Stärkung zu uns nehmen.

Himmlische Ruhe und freie Sicht

Dann geht es an die längste Abfahrt des Tages. Am Zweitausender nehmen wir Schwung, um den Gegenhang des Rossgrubers möglichst weit hinauf zu kommen. Nun heißt es noch einige Meter aufsteigen und ins Stangenjoch hineinfahren. Weit und breit ist kein Skifahrer mehr in Sicht. Die himmlische Ruhe und die freie Sicht auf den prägnanten Felsgipfel des Großen Rettensteins genießend, nehmen wir Kurs auf den Oberen Grund und auf Aschau. Nach 20-minütiger Abfahrt bringt uns der Skibus schließlich zum Pengelsteinlift.

Unglaubliche Vielfalt

Zurück oberhalb von Jochberg haben wir noch zwei Routen vor uns. Bei unserem Aufstieg in der Früh hatten wir den Hang vom Gauxjoch ins Aubachtal bereits begutachtet. In epischer Breite findet jeder von uns auch zu dieser fortgeschrittenen Tageszeit noch unbefahrenen Schnee. Schließlich kommen wir wieder an der Talstation des Bärenbadkogelliftes heraus. Schon leicht müde von dem langen Tag gehen wir an die letzte Abfahrt. Durch lichten Wald und über zahlreiche Baumstümpfe hinweg ziehen wir die letzten Turns hinunter zur Passstraße. Was für ein Freeride-Day! Nicht besonders extrem, dafür aber eine unglaubliche Vielfalt an Plaisir-Rides. So ist es also, das Skigebiet am Pass Thurn.

Text: Martin Hesse
Fotos: Jessica Haupt



Bilder und Fotos


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