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Skigebiets-Check: Auch im April herrscht tiefer Winter


16.-18.04.2008: Zermatt / Breuil-Cervinia
Auch im April herrscht tiefer Winter

Pulverschnee am Hörnli-Lift.
Pulverschnee am
Hörnli-Lift.
Es ist Mitte April. Es ist drei Uhr am Nachmittag. Die Sonne scheint von einem wolkenlosen Himmel auf die Pisten. Jahres- und Tageszeit sowie die Wettersituation lassen eigentlich vermuten, dass man auf den Abfahrten mit reichlich Sulzschnee zu kämpfen hat. In Zermatt ist das anders. Kurz vor Liftschluss erleben wir am Hörnli-Lift noch besten Pulverschnee, zwischen den präparierten Abfahrten locken tolle Tiefschneevarianten. Erst später auf der Talabfahrt nach Zermatt - schon unter der 2000 Meter-Grenze - beginnt der Schnee leicht weich zu werden. Wir haben bei unserem Zermatt-Besuch nicht nur Glück mit der Sonne. Auch die Temperaturen sind für Mitte April noch relativ niedrig.

Blick vom Unterrothorn auf das Matterhorn.
Blick vom Unterrothorn auf
das Matterhorn.
Zermatt ist keine Schokolade, sondern weltweit ein Begriff

Solch beeindruckende Plätze wie am Hörnli-Lift, der etwas versteckt liegt und daher wenig frequentiert wird, gibt es rund um Zermatt reichlich. Das macht das Gebiet bekanntlich zu einem der absoluten Topgebiete weltweit. Zu den tollen Pisten kommt das einmalige Ambiente mit dem allgegenwärtigen Matterhorn. Alles Gründe dafür, dass Zermatt auch beim Skigebiets-Check 07/08 die Nase vorn hat und den zweiten Sieg in Folge einfuhr. Dass das Matterhorndorf Anänger in der ganzen Welt hat und wohl eines der Skigebiete ist, in dem es am internationalsten zugeht, muss nicht extra erwähnt werden. "Auf meinen Reisen ins Ausland muss ich nicht extra erklären, dass Zermatt keine Schokolade und kein Mineralwasser ist: Zermatt kennt man, Zermatt ist ein Begriff", sagt Tourismusdirektor Daniel Luggen. Entsprechend vielfältig ist das Sprachenwirwarr in den Liften und auf den Pisten.

Die Bergstation der Gornergratbahn.
Die Bergstation der
Gornergratbahn.
Nostalgischer Einstieg ins hochmorderne Skigebiet

Hochmoderne Anlagen gibt es in Zermatt reichlich. Dennoch favorisieren viele Besucher den nostalgischen Einstieg ins Skigebiet. Es ist vor allem bei Schönwetter faszinierend mit der 1898 eröffneten Gornergratbahn unterwegs zu sein. Wobei der Begriff nostalgisch auf die Bahn nur noch oberflächlich zutrifft. Nach mehreren Modernisierungen ist sie längst auf dem Stand der Zeit. Vom Ortszentrum Zermatts geht es hinauf zum 3.100 Meter hohen Gornergrat. Mehrere blaue Abfahrten führen von hier zur Riffelap hinunter. Durch die neue Sechser-Sesselbahn haben diese Pisten vor einigen Jahren zudem einiges an Attraktivität hinzugewonnen. Ein ideales Terrain für Einsteiger und Genußfahrer. Die Abfahrt vom Gornergrat hinunter nach Gant zählt sicherlich zu den schönsten des ganzen Gebietes, ist aber deutlich anspruchsvoller als die Riffelalp-Pisten..

Am Stockhorn wartet der Tiefschnee.
Am Stockhorn wartet der
Tiefschnee.
Stockhorn bleibt Freeride-Gebiet der Extraklasse

Eingefleischten Freerider haben im April 2007 Abschied von der Kabinenbahn aufs Stockhorn genommen. Sie brachte die Könner bislang in zwei Sektionen vom Gornergrat zur Station Hohtälli und von dort zum 3.405 Meter hohen Gipfel. Für diese beiden Teilstrecken lief 2007 die Bewilligung aus. Die Zermatt Bergbahnen haben das Freeride-Gebiet dennoch erhalten. Mittlerweile sorgt ein Tellerlift am Stockhorn für den Bergtrasport. Hinunter geht es im oft frisch gefallenen Tiefschnee. Auf die Pistenpräparierung wurde hier schon in Zeiten als die Seilbahn noch lief komplett verzichtet. Hat sich der Neuschnee etwas gesetzt, dann wird aus den Tiefschneehängen eine nicht minder anspruchsvolle Buckelpiste.

Sunnegga-Rothorn: Vielfalt überzeugt

Am schnellsten erreicht man von Zermatt aus das Gebiet Sunnegga-Rothorn. Mit der unterirdischen Standseilbahn geht es flott auf 2.288 Meter. Das Skigebiet zeichnet sich durch eine große Vielfalt aus. Zum Einschwingen bieten sich einige Fahrten mit dem Patrullarve-Sessellift an. Der lange Sessellift (627 Höhenmeter, 2.075 Meter Länge) bietet gleich drei verschiedene Abfahrtsmöglichkeiten unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade..Über die Zwischenstation Blauherd geht die Seilbahn auf das 3.103 Meter hohe Rothorn. Über die mittelschwere Rothorn-Abfahrt kann man unter anderem hinunter nach Gant fahren. Eine Abfahrt, die neben der tollen Piste auch landschaftlich kaum zu toppen ist. Von Gant besteht die Möglichkeit, ins Gornergrat-Gebiet hinüber zu wechseln.

Das Gipfelkreuz des Kleinen Matterhorns.
Das Gipfelkreuz des Kleinen
Matterhorns.
Klein Matterhorn: Höchste Piste in den Alpen

Wer auf einen möglichst perfekten Matterhornblick Wert legt, der ist am Gornergrat sicherlich besser aufgehoben. Das Kleine Matterhorn, von dem man die nicht ganz so attraktive Rückansicht vom "Berg der Berge" zu sehen bekommt, übt dennoch eine gewaltige Anziehungskraft aus. Schließlich liegt die Bergstation der Bahn auf 3.885 Meter. Die höchste präparierte Skipiste im Alpenraum ist den Zermattern somit sicher. Das Sommerskigebiet hier oben kann in der Wintersaison getrost vernachlässigt werden, weiter unten befinden sich die attraktiveren Pisten. Etwa am Furggsattel, wo oberhalb des Trockenen Steges seit 2003 eine Sechsersesselbahn fährt. Die Abfahrt eignet sich perfekt als Carvingpiste. Deutlich anspruchsvoller geht es hinunter nach Furgg und von dort über die Station Furi nach Zermatt. Die Talabfahrt vom Kleinen Matterhorn bis nach Zermatt hat eine Länge von 17 Kilometern.

Plan Maison im Gebiet von Breuil-Cervinia.
Plan Maison im Gebiet von
Breuil-Cervinia.
Cervinia: Lohnender Abstecher trotz fehlendem Ambiente

Ein Abstecher nach Cervinia ist lohnenswert und sollte in keinem Zermatt-Urlaub fehlen. Vom Ganzjahresskigebiet am Kleinen Matterhorn zweigen zwei Pisten in Richtung Italien ab. Die breiten Autobahnen ergänzen das Zermatter Pistenangebot perfekt. Von den funktionellen Wohnsiedlungen, die ganz stark an französische Retortenstationen erinnern, kann man das allerdings nicht behaupten. Breuil-Cervinia (2.050 Meter) kann vom Ambiente mit Zermatt noch nicht einmal im Ansatz mithalten. Die Pisten lassen aber auch hier nur wenige Wünsche offen. Dreh- und Angelpunkt des Skigebietes ist die Mittelstation Plan Maison (2.555 Meter). Hier ist immer etwas los, treffen sich doch hier alle Könnensstufen und starten etliche Lifte und Pisten. Vor allem für lange Carvingschwünge ist das Areal bestens geeignet.

Reichlich Abwechslung auch neben der Piste


Anlässlich der 100-Jahr-Feier des Zermatter Skiclubs wird in diesem Jahr besonders gerne in die Geschichtsbücher des Matterhorndorfes geschaut. Nur ein paar Zahlen, die die immense Entwicklung des Ortes deutlich machen. 1946 zählte Zermatt und 200.000 Übernachtungen, mittlerweile sind es 1,3 Millionen. Kein Wunder, bietet Zermatt, das derzeit über 14.000 Gästebetten verfügt, doch auch abseits vom Skisport reichlich Abwechslung.

Text: Sascha Eyßen, Florian Weis und Jan Winter
Fotos:
Florian Weis (5), Sascha Eyßen (1)



Bilder und Fotos


Hörnli-Lift ZermattAusblick vom UnterrothornGornergratbahn ZermattTiefschnee am StockhornGipfelkreuz Kleines MatterhornPlan Maison in Cervinia



Links zum Thema


   Bildergalerie Zermatt (16. - 18.04.2008)
   SNOW-ONLINE.DE-Interview zum Matterhorndorf Zermatt

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 Check-Points 
 Kriterium (maximale Punktzahl) CheckPoints
Größe des Skigebietes (10) 10
Liftanlagen (10) 9
Pistenpräpararierung, Service, Beschilderung (10) 10
Schneesicherheit (10) 10
Freeridemöglichkeiten (5) 5
Freestylemöglichkeiten, Funpark, Halfpipe (5) 4
Angebote für Könner (5) 5
Angebote für Fortgeschrittene (10) 9
Angebote für Anfänger (10) 8
Familienfreundlichkeit (5) 4
Aprés-Ski (5) 4
Preis-Leistungsverhältnis (5) 3
Bergrestaurants, Hütten (5) 4
Flair (5) 5
 Gesamtpunktzahl (100)
90  Check-
points
Testbedingungen vom
 Wetter  überwiegend sonnig
 Schneebedingungen  Pulverschnee, sulzig nur am späten Nachmittag in tieferen Lagen
 Lifte und Pisten  Großteil der Lifte und Pisten geöffnet
Beschreibung der Testkriterien
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