15./16.04.2006: St. Anton / Arlberg
Moderner Skizirkus mit Rückzugsgebiet für Nostalgiker
Ganz klar: das moderne Seilbahnzeitalter mit Anlagen auf dem allerneusten Stand der Technik hat am Arlberg längst Einzug gehalten. Die Alpine Ski-WM 2001 brachte da noch einmal einen riesigen Schub. Dennoch hält St. Anton noch ein kleines Rückzugsgebiet für Seilbahn-Nostalgiker bereit. An der zweiten Sektion der Vallugabahn scheint die Zeit stehen geblieben zu sein.
Kleine Bahn auf großen Berg
Knapp 200 Personen kann die kleine Pendelbahn in der Stunde vom Vallugagrat hinauf auf den mit 2811 m höchsten Punkt im Skigebiet transportieren. Kein Vergleich zu den weiter unten verlaufenden Anlagen. Offizielle Pisten gibt es hier oben nicht. Einzelne Skifahrer werden an der Talstation freundlich, aber bestimmt darauf hingeweisen, die Ski stehen zu lassen. Eine Abfahrt, etwa durch das Pazieltal nach Lech, ist völlig zu Recht nur mit einem ortkundigen Skiführer erlaubt.
Abfahrten von Weltruf
Die Abfahrten für das breitere Publikum sind eine Etage weiter unten angesiedelt. Albona, Schindlergrat, Valluga oder Mattun genießen ob ihrer anspruchsvollen Pisten zu Recht absoluten Weltruf. Schwächere Skifahrer kommen am Gampen, am Rendl, aber auch am oberen Teil des Galzig, dem Dreh- und Angelpunkt des Skigebietes von St. Anton, zu ihrem Recht. Am Kapall, quasi die obere Etage des Gampen, locken schließlich neben den Strecken der Weltmeisterschaft 2001 auch leichtere Familienabfahrten.
Gute Pistenbedingungen auch Mitte April
Der Winter 05/06 war sehr schneereich, natürlich auch am Arlberg. Von den frühjahrsbedingten Einschränkungen einmal abgesehen sind bei unserem Besuch Mitte April alle Abfahrten noch sehr gut befahrbar. Das Wetter ist durchwachsen. Sonne wechselt mit stärkerer Bewölkung. Die letzten Neuschneefälle liegen schon eine Weile zurück, so dass wir die berühmten 170 Kilometer Tiefschneeabfahrten, die sich am Arlberg zu den 270 Kilometern präparierten Pisten gesellen, nicht genießen können. Kein Problem, in dem 50 Quadratkilometer großen Skiareal gibt es dennoch genügend Abwechslung.
Galzigbahn wird zum Riesenrad
Von eingangs erwähnter Ausnahme einmal abgesehen hat St. Anton nur hochmoderne Anlagen im Angebot. Das aktuellste Beispiel ist die neue Galzigbahn, die zum Start der Saison 06/07 in Betrieb gehen wird. Die spektakuläre Seilbahn-Innovation basiert auf einem Riesenrad , das dem Gast einen ebenerdigen Einstieg in die 28 Gondeln ermöglicht. Jede Gondel wird über das Riesenrad auf Bodenhöhe gebracht und nach dem Einstieg wieder über das Rad nach oben gefahren. Dank der dreifach erhöhten Förderkapazität gehören Wartezeiten im Tal wohl endgültig der Vergangenheit an. Ebenso faszinierend wie die Technik zeigt sich auch das Glasgebäude . Dank der Transparenz der neuen Galzig-Talstation ist das Riesenrad mit seiner Beförderungstechnik von außen genauso gut zu sehen wie von innen.