30.12.2005-01.01.2006
Neuer Spitzenreiter lockt mit Postkartenwetter
Unser Skigebiets-Check 05/06 hat einen neuen "Tabellenführer". Zwar war Gröden in dieser frühen Phase des Winters erst das fünfte Skigebiet, das wir ausgiebig unter die Lupe genommen haben. Dass die Südtiroler aber auch am Saisonende einen der vorderen Plätze einnehmen werden, scheint wahrscheinlich. Man beachte: mit 85 Punkten hat Gröden einen Zähler mehr auf dem Konto, als die drei Sieger der Saison 04/05. Die Chancen auf einen weiteren Testsieg für das bereits mehrfach ausgezeichnete Skigebiet von Gröden stehen somit gut.
Sella Ronda bietet unendliche Möglichkeiten
Die Gründe für das tolle Testergebnis sind vielschichtig. In fast allen Rubriken des SNOW-ONLINE.DE-Skigebiets-Checks hat Gröden fleißig gepunktet. Unsere Begeisterung machte sich vor allem an der Sella Ronda (Link führt zu Extra-Artikel) fest. Mit dieser Panoramatour entlang des Sella-Stockes kann man hineinschnuppern in die unzähligen Möglichkeiten der vier Skitäler Gröden, Faasa, Buchenstein und Hochabtei. Drei Tage hatten wir für unseren Gröden-Besuch eingeplant. Eigentlich zu wenig, um das vielfältige Angebot komplett auszuschöpfen. Einen bleibenden Eindruck hat Gröden dennoch auf uns gemacht. Nachfolgend unser Besuch im Überblick.
Freitag, 30.12.05: Grandioser Auftakt
Besser hätte der Auftakt unseres Gröden-Besuches nun wirklich nicht ausfallen können. Die Region wird von echtem Postkartenwetter verwöhnt. Die Pisten sind absolut perfekt präpariert, woran die flächendeckende künstliche Beschneiung einen großen Anteil hat. Da der letzte natürliche Schneefall auch noch nicht lange zurückliegt, locken immer wieder kleinere Tiefschneehänge neben den Pisten zu Ausflügen ins Gelände. Von unserem Wohnort Wolkenstein geht es auf die Ciampinoi und von dort starten wir die Sella Ronda gegen den Uhrzeigersinn. Die Richtung, die allgemein hin als die attraktivere gilt. Eine Entscheidung, die wir nicht bereuen. Die abwechslungsreichen Abfahrten und Landschaften belohnen für die umfangreiche Rundtour. Da schreckt uns auch die extreme Kälte von bis zu minus 20 Grad nicht ab. Den Tripp zur im Schatten gelegenen Marmolada, mit 3.342 Metern der höchste per Ski zu erreichende Punkt entlang der Sella Ronda, lassen wir ob der grimmigen Kälte dann aber doch.
Samstag, 31.12.05: Grimmige Weltcuppisten und genussreiche Familienabfahrten
Gröden hat weit mehr zu bieten als die Sella Ronda. Wie vielschichtig die Region ist, beweist dieser Skitag. Wir beginnen auf anspruchvollsten Weltcuppisten und beschließen den Tag in einem Familienskigebiet der Extraklasse. Wieder geht es von Wolkenstein zunächst hinauf zur Ciampinoi. Das Wetter ist zwar nicht mehr ganz so gut wie am Vortag, der Sonnenschein überwiegt aber dennoch. Die Sella Ronda lassen wir heute links liegen und nehmen dafür gleich als erste Abfahrt die bekannte Weltcupabfahrt Saslong mit den berühmten Kamelbuckeln (Link führt zu Extra-Artikel). Erst vor zwei Wochen hatten hier die Weltcuprennen stattgefunden. Im Tal in St. Christina angekommen wartet eine der neuesten Errungenschaften des Skigebietes. Seit vergangenen Winter verbindet die unterirdische Standseilbahn "Val Gardena Ronda Express" die Gebiete "Sochers/Ciampinoi" und "Col Raiser/Secëda". Eine echte Bereicherung, somit sind nun alle Pisten in Gröden miteinander verbunden. Auf der Secëda nehmen wir einige Male die weiten Carvingpisten, ehe die Talabfahrt nach St. Ulrich lockt. Mit einer Länge von 10,5 Kilometern der nächste Superlativ in Gröden. Den Kontrast zur morgendlichen Weltcuppiste bietet schließlich der Tripp zur Seiseralm, die von St. Ulrich mit einer Umlaufbahn zur erreichen ist. Die Anzahl an Kindern und Anfängern auf den Pisten steigt sprunghaft an. Wunderbare Genussabfahrten warten hier, zudem sind jede Menge Winterwanderer und Pferdeschlitten unterwegs. Von der Saltria geht es mit dem Bus zum Monte Pana und von dort über die Ciampinoi zurück nach Wolkenstein.
Sonntag, 1.1.06: Sella Ronda, Teil II
Mit dem alten Jahr ging auch das schöne Wetter. Die Sicht ist aber immer noch so gut, dass wir erneut über die Ciampinoi zur Sella Ronda aufbrechen. Wenn auch das Wetter nicht mehr passt, so sind doch zumindest die Pisten weiter in einem tollen Zustand. Zur Marmolada schaffen wir es auch diesmal nicht. Besonders positiv in Erinnerung bleiben uns die anspruchsvollen Abfahrten oberhalb von Arabba.
Auf nach Gröden!
Ein Besuch in Gröden können wir Euch nur wärmstens empfehlen. Neben dem tollen Skigebiet locken in den kommenden Wintermonaten auch zahlreiche Events.
Text: Sascha Eyßen und Florian Weis
Bilder: Sascha Eyßen (3), Florian Weis (1)