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Skigebiets-Check: Trotz Schicki-Micki-Image ist Sportlichkeit Trumpf


08.-10.01.2006: Engadin / St. Moritz
Trotz Schicki-Micki-Image ist Sportlichkeit Trumpf

Das Engadin und natürlich St. Moritz sind vor allem durch die unzähligen Prominenten bekannt, die hier regelmäßig absteigen. Der Nobelskiort steht für Luxus und Prunk pur, für Champagner und Kaviar. Man täte dem Engadin aber unrecht, es rein auf den Jet-Set zu reduzieren. Hier wird nämlich auch „Otto-Normal-Urlauber“ glücklich. „Im Engadin werden vor allem die sportlichen Skifahrer angesprochen“, sagt Andri Schmellentin von den Bergbahnen Engadin. Die 85 Punkte in unserem Skigebiets-Check 05/06 beweisen das. ENGADIN / St. Moritz liegt nun gemeinsam mit Gröden / Sella Ronda auf Platz eins. Die Konkurrenz wird es schwer haben, das aktuelle Spitzenduo noch zu überrunden.

Unzählige Sportmöglichkeiten in wunderschöner Hochgebirgswelt


Zwischen Zuoz und dem Malojapass erstreckt sich das Graubündener Hochtal eingebettet in eine wunderschöne Hochgebirgswelt, umrandet von unzähligen Dreitausendern. Überragt wird das alles nur noch von dem berühmten 4.049 m hohen Piz Bernina. Die zugefrorenen Seen in Silvaplana und St.Moritz bieten zudem weitere tolle Sportmöglichkeiten.
Natürlich ist St.Moritz nicht gerade preisgünstig. Nicht weniger als fünf 5-Sterne-Paläste müssen gefüllt werden. Dennoch wird im Engadin jeder fündig. In den vielen Orten finden sich überall auch schöne und preiswerte Ferienwohnungen und Chalets, was der Familienurlauber zu schätzen weiß. Die sportlichen Urlauber zieht es vor allem nach Silvaplana oder Pontresina, die Familien nach Celerina oder Samedan, nur der Jet-Set bleibt in St.Moritz unter sich.
Die Wintersportmöglichkeiten sind im Engadin nahezu unbegrenzt. Das komplette Engadin ist mit knapp 180 km Langlaufloipen ausgestattet. Knapp eben so viele Winterwanderwege gibt es hier. Nicht entgehen lassen sollte man sich die Snow-Kiter auf dem Silvaplana See. Die Naturliebhaber oder Tourengeher zieht es nach Pontresina ins herrliche Morteratsch- oder Roseggtal. Aber die meisten Besucher des Engadins kommen doch vor allem wegen der grandiosen Skigebiete des Engadins hierher. Die Wintersportler verteilen sich auf vier unterschiedliche Skiberge, die Corviglia, dem Corvatsch, die Diavolezza und der Piz Lagalb.

Corviglia – die Sonnenterasse von St. Moritz

Das größte Skigebiet des Engadins befindet sich auf der Sonnenterasse oberhalb von St. Moritz. Wir wählen den etwas komfortableren Start mit der Gondelbahn in Celerina nach Marguns. Die meisten Pisten in dem großen Areal zwischen Marguns, der Corviglia und Signal sind mittelschwer, aber aufgrund ihrer Breite auch von schwächeren Skifahrern zu meistern. Beeindruckt hat uns das wunderschöne Gelände mit vielen Kuppen sowie den mal steileren und mal flacheren Pisten. Die Engadiner Seen und Viertausender hat man immer wunderschön im Blick. Etwas knackiger geht es auf den Pisten vom Munt da San Murezzan hinunter nach Salastrains zu. 2003 kam dieses Gebiet zu weltmeisterlichen Ehren, als an dieser Stelle die Alpine Ski-WM ausgetragen wurde. Jahr für Jahr finden hier auch Weltcup-Veranstaltungen statt, die das sportliche Image des Engadins noch einmal unterstreichen. Aber auch die Pisten an Trais Fluors oder Glüna sind für Könner bestens geeignet.
Die Reichen und Schönen Treffen sich an der Corviglia. Entweder im Sterne-Restaurant oder in der Champagner-Schneebar. Hier oben zählt nur Sehen und Gesehen werden. Jeder zeigt was er hat. Selbst die Skilehrer in St. Moritz werden von Prada oder Bogner ausgestattet. Einen tollen Blick auf die Silvaplana Seen bekommt man auf der Chamanna, Kinder und Familien fühlen sich in Salastrains wohl.
Das Highlight der Corviaglia ist aber der Piz Nair. Zum einen ist es mit 3.057 m der höchste Punkt des Skigebietes, zum anderen gibt es hier die schönsten Ausblicke.

Corvatsch-Furtschellas – Pulverschnee bis ins Frühjahr hinein

Der höchste Skiberg des Oberengadins ist der Corvatsch, dessen Seilbahn bis auf 3.303 m führt. Bis vor einigen Jahren surrten hier oben im ewigen Eis noch zwei Schlepplifte, dessen Betrieb aber eingestellt wurde. Stattdessen lohnt ein Ausflug in die Gletschergrotte knapp unterhalb der Bergstation. Hier oben geniesst man eine grandiose Aussicht auf die vergletscherten Bergriesen Bernina (4.049 m), Palü oder Rosegg. Die breiten Gletscherpisten hinunter Richtung Murtel sind wunderbare Wedelautobahnen und prädestiniert für den Start in den Skitag. Die Talabfahrt von Murtel nach Surlej ist grandios. Das obere Stück wunderbar breit in einem schönen Gelände, unten ein wenig enger durch die Engadiner Wälder. Und alles immer mit einem tollen Blick auf den Silvaplana See. Jeden Freitag Abend fällt hier der Startschuss zur Snow-Night. Die komplette Piste von Murtel bis Surlej (immerhin fast 900 Höhenmeter) ist mit Flutlichtlampen versehen. Die Teilnahme an diesem Spektakel ist einfach ein Muss. Nicht nur wegen des abendlichen Flairs, die Pisten sind zudem immer frisch präpariert und ausgezeichnet zu fahren.
Insgesamt geht es im Corvatsch-Furtschellas Gebiet etwas knackiger zu als gegenüber auf der Corviglia. Zum einen sind die Pisten teilweise anspruchsvoller auch aufgrund der tollen Tiefschneemöglichkeiten, zum anderen sind die Temperaturen meist deutlich niedriger, da sich das ganze Skigebiet komplett auf der Nordseite befindet. Dafür aber ist selbst noch im Frühjahr Pulverschnee garantiert. Anfänger werden sich vor allem an den Hängen des Furtschellas wohlfühlen.

Diavolezza-Piz Lagalb - Geheitipp der Region

Hinter Pontresina schlängelt sich die Straße hinauf auf den Berninapass. Kurz davor starten die beiden Seilbahnen zu den Skigebieten Diavolezza und Piz Lagalp. Sie sind in vielerlei Hinsicht die Geheimtipps der Region. Zum einen sind sie meist viel leerer als die Pisten an der Corviglia. Zum anderen sind die Pisten durchaus anspruchsvoll und nicht von jedermann zu meistern. Am besten man startet morgens an der Diavolezza und geht am Nachmittag auf den Piz Lagalp. So kann man immer den Weg der Sonne mitgehen. Ein Muss ist die Mittagspause auf der großen Sonnenterasse der Diavolezza mit Blick auf das vergletscherte Berninamassiv, wer es mag auch gerne vom höchsten Sprudelbad der Alpen aus gesehen. An der Diavolezza startet man auch zur 10 km langen Gletscherabfahrt hinunter ins Mortearatsch-Tal. Zum Piz Lagalp kommt man leider nur mit dem Skibus. „In Zukunft werden beide Skigebiete mit Pisten und Liften miteinander verbunden“, meint Andri Schmellentin von den Bergbahnen Engadin. Die Pisten am Piz Lagalp sind ein wenig anspruchsvoller und steiler als an der Diavolezza aber ebenso breit und bestens präpariert. Selbst bei Vollmond werden die Pisten an der Diavolezza geöffnet. Dann ist es hell genug, um im Lichte des Mondes die Pisten hinunter zu düsen.

Pistenpräparierung erhält Bestnoten

Ein dickes Lob verdienen sich die Pistenarbeiter des Oberengadins. Die Schneedecke konnte man bei unserem Besuch eigentlich nicht als üppig bezeichnen. Dennoch schaffte man es jeden morgen derart genial präparierte Pisten zu liefern, die seines gleichen suchen. Die Arbeit hat sich gelohnt, denn selbst am Nachmittag waren die Pisten noch in einem ausgezeichneten Zustand.
Fazit: Das Engadin bietet für jeden etwas, denn trotzt des Promi-Images werden sich selbst Familien pudelwohl im südlichen Graubünden fühlen. Aber vor allem das sportliche Publikum schätzt die Vielzahl der Wintersportmöglichkeiten im Engadin.

Text:
Florian Weis und Robert Braun
Fotos:
Florian Weis (4), Robert Braun





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 Check-Points 
 Kriterium (maximale Punktzahl) CheckPoints
Größe des Skigebietes (15) 13
Liftanlagen (10) 9
Schneesicherheit (10) 9
Bergrestaurants/Hütten (5) 4
Aprés-Ski (10) 7
Preis-Leistungsverhältnis (10) 6
Familienfreundlichkeit (5) 4
Flair (5) 5
Abwechslungsreichtum (10) 10
Pistenpräpararierung & Service (10) 10
Beschilderung (5) 4
Snowboardangebot (5) 4
 Gesamtpunktzahl (100)
85  Check-
points
Testbedingungen vom
 Wetter  wolkenlos, kalt
 Schneebedingungen  Pulverschnee
 Lifte und Pisten  alle Lifte und Pisten geöffnet
Beschreibung der Testkriterien
 Skidatenbank 
 
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