29.12.2005: Kronplatz
Leckerer Kuchen mit über 100 Pistenkilometern
Spitznamen hat der Kronplatz jede Menge. Ob seiner markanten Form wird der 2.275 Meter hohe Paradeskiberg unter anderem Gupf, Nockerl, Glatze und Glatzkopf genannt. Max Stemberger, Liftpionier der Kronplatz-Seilbahnen, bemüht ebenfalls einen Lebensmittelvergleich: „Der Kronplatz ist wie ein leckerer Kuchen, der von drei Seiten befahrbar ist.“ Und so verspeisen die Skifans Winter für Winter mit Hilfe der 31 Liftanlagen jeden Tag aufs neue die 103 Pistenkilometer.
Topbedingungen seit dem 26. November
Bei unserem Besuch am Kronplatz am 29. Dezember gab es eine Ladung Puderzucker gratis dazu. Die rund fünf Zentimeter Neuschnee sorgen für wunderbar zu fahrende Pulverschneepisten. Zwischen bewölkten Phasen lässt sich immer mal wieder die Sonne blicken, alle Lifte und Pisten sind geöffnet. Auf den sehr abwechslungsreichen Abfahrten lockt der ein oder andere Abstecher ins Gelände. Das positive Saison-Zwischenfazit von Anna Mayrhofer, der Pressereferentin der Ferienregion Kronplatz, können wir daher nur unterstreichen: "Bis jetzt läuft der Winter sehr gut. Wir sind zufrieden." Seit dem 26. November sind am Kronplatz die Lifte in Betrieb. Pünktlich zum Saisonstart kam damals zum Kunst- auch der Naturschnee und sorgt seitdem durchweg für perfekte Bedingungen.
Moderne Anlagen begeistern
Gründe, um am Kronplatz in Begeisterung auszubrechen, gibt es einige. Da ist unter anderem der spektakuläre Blick vom Kronplatz-Gipfel. Uns begeistern vor allem die topmodernen Anlagen. Die Liftbereiber nehmen zu Recht für sich in Anspruch, im Besitz des modernsten südtiroler Skigebietes zu sein. Unter den 31 Anlagen am Kronplatz, der von Reischach oberhalb von Bruneck, Olang und St. Vigil per Lift erreichbar ist, sind allein 19 Umlaufbahnen. Auch in diesem Sommer wurden erneut einige Anlagen modernisiert bzw. neu gebaut. Am Kronplatz sind teilweise selbst die Anfängerpisten mit topmodernen Umlaufbahnen ausgerüstet.
Skiberg, der allen Anforderungen gerecht wird
Auch einen weiteren Werbespruch der Region können wir bestätigen. Der ideale Skiberg, der allen Anforderungen gerecht wird, soll er sein, der Kronplatz. Und tatsächlich werden Fahrer aller Könnensstufen glücklich. Der Gipfel ist fast ebenerdig, bequem und übersichtlich, also ein ideales Gelände für weniger geübte Fahrer und ein Paradies für sonnenhungrige Genussurlauber. Auf der Nordseite gibt es die sportlichen Abfahrten nach Reischach, die Könner fordern. Die Ostseite nach Olang glänzt im Gipfelbereich durch breite Carvingpisten und schöne Waldschneisen, die auch bei schlechterem Wetter immer gute Kontraste geben. Nach Süd-Westen wendet sich der Berg St. Vigil zu mit einer langen Talabfahrt, im unteren Bereich ein flaches Areal für Kinder und Anfänger. Dazu kommen die Hänge am Piz de Plaies, speziell geeignet für ambitionierte Skifahrer. Besonders erwähnenswert: am Kronplatz gibt es nicht weniger als fünf Talabfahrten. Beherbergt werden die Gäste überwiegend in einem der Orte des Pustertals, das mit einer Fläche von 2.071 Quadratkilometern 28 Prozent von Südtirol einnimmt.
Kronplatz wird an Sella Ronda angedockt
Abschließend noch ein Blick in die Zukunft. Pünktlich zum Start der Saison 06/07 geht ein langgehter Traum der Tourismusverantwortlichen in Erfüllung. Der Kronplatz wird an die Sella Ronda angedockt. Mit dem Bau der neuen Kabinenbahn „Picolin“ wird der Anschluss an die Anlagen in Alta Badia schon bald Wirklichkeit. Die neue Bahn auf der Südwestseite des Piz de Plaies mit der Talstation in Picolin wird bei einer Länge von 1.500 Metern einen Höhenunterschied von 500 Metern überwinden. Die dazugehörige rote Piste „Ancona“ wird 2.000 Meter lang sein, einen Höhenunterschied von 500 Metern überwinden und über kupiertes Gelände ins ladinische Picolin führen. In Picolin wird ein Niederflurbussystem im Viertelstundentakt die Verbindung nach Alta Badia komplettieren. Die Fahrzeit mit dem Bus nach Alta Badia wird etwa 20 Minuten betragen. "Die Planungen für die Anbindung nach Alta Badia laufen schon seit 15 Jahren", erzählt Pressereferentin Anna Mayrhofer. Zunächst war eine andere Route für die Seilbahntrasse in Erwägung gezogen worden. Diese wurde aber aus Naturschutzgründen verworfen.
„Locknfescht“ beschließt die Saison
Doch noch ist der Winter 05/06 aktuell. Bis zum 23. April laufen die Lifte. Am letzten Saisontag steht das im zweijährigen Rhythmus stattfindende „Locknfescht“ an. Mit Rädern, Ehebetten, Badewannen, Raketen, Schreibtischen, Liegestühlen samt Sonnenschirmen oder Kompositionen aus Autoreifen versuchen die Teilnehmer mit viel Anlauf den kleinen Teich zu überqueren, der sich jedes Frühjahr aus dem Schmelzwasser in der Seewiese am Kronplatz bildet.
Text: Sascha Eyßen und Florian Weis
Fotos: Sascha Eyßen (4)